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Digitaler Alltag von Jugendlichen: Austausch, Spaß - und Stress

Digitale Medien prägen den Alltag vieler Jugendlicher – im sozialen Leben ebenso wie in der Freizeit und beim Lernen. Die JIM-Studie 2025 zeigt, wie vielfältig und zeitintensiv diese Nutzung geworden ist und welche Stimmungslagen Jugendliche damit verbinden. Die Erkenntnisse geben auch wertvolle Hinweise, wie Schulen Medienbildung gestalten und unterstützen können.

Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass Jugendliche durchschnittlich mit rund 140 Minuten täglich weiterhin viel Zeit auf sozialen Plattformen verbringen. Besonders häufig genutzt werden TikTok, Instagram und YouTube. Diese Dienste sind für viele junge Menschen Orte des Austauschs, der Unterhaltung und der Inspiration, aber auch Räume, in denen soziale Vergleiche stattfinden und Erwartungen an Sichtbarkeit und Teilnahme entstehen. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf dem Zusammenhang zwischen Mediennutzung und emotionalem Wohlbefinden. Rund ein Drittel der Befragten gibt an, dass sich Social Media gelegentlich negativ auf die Stimmung auswirken kann. Genannt werden unter anderem Druck durch Erreichbarkeit, Konflikte in Chats oder Gefühle des Vergleichs und der Unzulänglichkeit. Mädchen berichten etwas häufiger davon, sich durch idealisierte Bilder beeinflusst zu fühlen, während Jungen häufiger Belastungen im Zusammenhang mit Online-Spielen oder Wettbewerben nennen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Jugendliche mit bereits erhöhtem Stressniveau oder schulischen Schwierigkeiten tendenziell mehr Zeit online verbringen. Zwar äußern viele Jugendliche den Wunsch, ihre Nutzungszeiten zu reduzieren, tun sich aber schwer damit, dies im Alltag umzusetzen, so die Studienautoren.

Insgesamt belegt die JIM-Studie 2025, dass Schulen eine wichtige Rolle dabei spielen können, Orientierung und Unterstützung anzubieten. Durch reflektierte Medienbildung sollen Jugendliche gefördert werden, Kompetenzen entwickeln, die ihnen helfen, sich sicher und bewusst in digitalen Räumen zu bewegen. Die Untersuchung verdeutlicht, dass Jugendliche durchaus Interesse an klaren Strukturen und Pausen im digitalen Alltag haben. Konzepte wie handyfreie Zeitfenster, Social-Media-Pausen oder begleitete Reflexionsphasen stoßen auf Zustimmung, sofern sie gemeinsam gestaltet und nicht als Einschränkung verstanden werden. Möglichkeiten dazu gibt es beispielsweise im Rahmen von Digital-Detox-Wochen oder medienfreien Lernzeiten, die solche regenerativen Pausen begünstigen.

Auch das wildGreen-Modul Medienkompetenz greift zentrale Themen der Studie auf, darunter Selbstwahrnehmung, soziale Medien, Cybermobbing und digitale Balance. Ergänzend fördert das Modul Psychische Gesundheit Kompetenzen, die im digitalen Alltag besonders relevant sind: Resilienz, Umgang mit Stress und bewusstes Entscheiden. Hilfreich ist auch der Mediencheck des MPFS: Er ermöglicht Jugendlichen im Unterricht eine Selbstreflexion ihres Medienverhaltens und schafft eine Grundlage für Gespräche über Risiken und Chancen digitaler Nutzung.

 

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