KI im Unterricht: Schülerinnen und Schüler fühlen sich alleingelassen

Die allermeisten Schülerinnen und Schüler nutzen KI, aber nur wenige fühlen sich durch die Schule darauf vorbereitet. Eine Umfrage aus Mecklenburg-Vorpommern legt offen, was im Schulalltag in Sachen Künstliche Intelligenz dringend fehlt.

Neun von zehn Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen in Mecklenburg-Vorpommern kennen den Begriff Künstliche Intelligenz. Fast die Hälfte davon bezeichnet sich sogar als sehr vertraut damit. Doch eine aktuelle Umfrage des Landesschülerrates zeigt: Die meisten von ihnen navigieren weitgehend auf eigene Faust durch das neue digitale Terrain.

Die Ergebnisse der Befragung*, an der sich Ende 2025 mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler aus allen Schularten in Mecklenburg-Vorpommern beteiligten, belegt: Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt KI-Tools – also Anwendungen wie Chatbots oder Textgeneratoren – für schulische Zwecke, knapp 30 Prozent sogar häufig. Doch das dafür nötige Wissen haben sich die meisten selbst beigebracht: 56 Prozent der Schülerinnen und Schüler fühlen sich durch die Schule kaum oder gar nicht auf den Umgang mit KI vorbereitet. Nicht einmal jeder Zehnte hat das Gefühl, im Unterricht wirklich alles gelernt zu haben, was er braucht. Felix Wizowsky, Vorsitzender des Landesschülerrates, kommentiert: „Die Realität ist, Schülerinnen und Schüler nutzen KI längst selbstverständlich, aber sie werden dabei weitgehend allein gelassen."

Besonders aufschlussreich ist ein Detail aus dem Lehrplan: Im Informatik-Unterricht, den alle weiterführenden Schulen ab Klasse 5 anbieten, taucht das Thema Künstliche Intelligenz kein einziges Mal auf – der Plan stammt aus dem Jahr 2019. Die Folge im Schulalltag: Viele Schülerinnen und Schüler verschweigen lieber, dass sie KI einsetzen – aus Sorge, deshalb benachteiligt zu werden. Klare Regeln zur Bewertung von Leistungen, die mit KI-Unterstützung entstanden sind, sind offenbar bei den Lernenden noch nicht angekommen.

Was fordern die Schülerinnen und Schüler? KI soll kein Randthema bleiben, sondern als Querschnittskompetenz in allen Fächern mitgedacht und angewendet werden. Wizowsky formuliert es als Generationenfrage: „Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Frage ist nicht mehr, ob KI unseren Alltag prägt, sondern ob Schule die Kompetenzen vermittelt, damit junge Menschen diese Entwicklung aktiv mitgestalten können."

Auch für Lehrkräfte ist die Botschaft klar: Abwarten ist keine Option. Wer KI im Unterricht thematisiert – kritisch, offen und ohne erhobenen Zeigefinger –, gibt Schülerinnen und Schülern etwas, das kein Tool ersetzen kann: Orientierung. Das wildgreen-Modul zu Medienkompetenz bietet hierfür konkrete Materialien und Unterrichtsideen, die sich direkt im Fachunterricht einsetzen lassen.

Quelle: Umfrage des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern, vorgestellt am 31. März 2026 in Schwerin (mehr als 1.200 Teilnehmende aus allen Schularten)

 

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