So beeinflussen digitale Medien die schulischen Leistungen

Jugendliche verbringen im Schnitt fast vier Stunden täglich am Smartphone. Eine neue Studie zeigt, wie eng intensive Mediennutzung mit psychischer Belastung und schwächeren Schulleistungen zusammenhängt – und was Schulen jetzt tun können.

Elf Jahre – so alt sind Kinder im Schnitt, wenn sie ihr erstes Smartphone bekommen. Wenig später ist das Gerät fester Bestandteil des Alltags: Die JIM-Studie 2025 misst bei den 12- bis 19-Jährigen eine durchschnittliche Bildschirmzeit von 231 Minuten täglich – fast vier Stunden, nur am Smartphone.

Wie sich diese Nutzung auf Psyche und Lernen auswirkt, hat nun das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einem Gutachten zusammengetragen. Das Ergebnis: Je mehr Zeit Jugendliche mit Spielen oder sozialen Netzwerken verbringen, desto schlechter fallen im Durchschnitt ihre PISA-Werte aus. Wer länger als sieben Stunden täglich in sozialen Netzwerken unterwegs ist, erreicht beim Lesen rund 100 Punkte weniger als Gleichaltrige mit moderater Nutzung. 

Detaillierte Auswertungen der PISA-Daten zeigen: 15-Jährige, die mehr als sieben Stunden täglich in sozialen Netzwerken verbringen, erreichen im Lesen im Mittel 416 Punkte – Gleichaltrige mit ein bis drei Stunden Nutzung kommen auf 512 Punkte. Auch nach Gegenkontrolle weiterer Einflussfaktoren wie beruflichem Status der Eltern, Bücherzahl im Haushalt oder zu Hause gesprochener Sprache bleibt der Zusammenhang signifikant. 

Das Gutachten betont, dass es sich überwiegend um statistische Zusammenhänge handelt; kausale Wirkungen ließen sich aus den vorliegenden Daten nicht eindeutig ableiten. Klar ist aber, dass viele Jugendliche selbst Probleme sehen. 65 Prozent der 14- bis 20-Jährigen geben an, sich durch soziale Medien oft vom Lernen abhalten zu lassen.

Für den Schulalltag heißt das vor allem: die Ablenkung ist real. Rund 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler fühlen sich im Matheunterricht regelmäßig durch digitale Geräte abgelenkt. Pauschale Handyverbote lehnen die meisten Jugendlichen zwar ab – fast drei Viertel wünschen sich aber, gemeinsam mit ihren Lehrkräften Regeln festzulegen.

Wer das Thema in der Klasse aufgreifen möchte, findet in den wildgreen-Materialien zur Medienkompetenz Anregungen, um mit Schülerinnen und Schülern über Nutzungsgewohnheiten, Selbstregulation und einen gesunden Umgang mit digitalen Medien ins Gespräch zu kommen.

red
 

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