Wie Lehrkräfte bei psychischen Problemen helfen können

Die Zahl psychisch belasteter Kinder in Deutschland steigt erstmals seit der Corona-Pandemie wieder - auch durch schulische Probleme. Experten betonen, dass viele Belastungen durch bessere Organisation des Lernalltags und Lehrkräfte selbst reduziert werden können. 

Laut dem aktuellen Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung gelten 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland als psychisch belastet. Damit liegt der Wert erstmals seit der Corona-Pandemie wieder über dem Vorjahresniveau von 21 Prozent. 15 Prozent der Befragten weisen Auffälligkeiten auf, weitere 10 Prozent bewegen sich im Grenzbereich.

Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa zwischen dem 9. Mai und dem 3. Juni 2025 insgesamt 1.507 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil. Bei den 8- bis 10-Jährigen erfolgte die Einschätzung der psychischen Verfassung durch die Eltern, bei den 11- bis 17-Jährigen durch die Befragten selbst. Die statistische Fehlertoleranz beträgt drei Prozentpunkte.

Die Befunde zeigen ein soziales Gefälle: In einkommensschwachen Familien sind 31 Prozent der Kinder psychisch belastet, bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf 36 Prozent. 26 Prozent aller Befragten berichten zudem von einer geringen gesundheitsbezogenen Lebensqualität, 68 Prozent von einer mittleren.

Auch der schulische Alltag befördert Belastungen: Zwei Drittel der Befragten fühlen sich mindestens in einigen Stunden mit dem Unterrichtsstoff überfordert; rund ein Drittel gibt an, sich häufig zu langweilen oder keine Lust zu lernen zu haben. 30 Prozent der 11- bis 17-Jährigen werden nach eigenen Angaben mindestens einmal im Monat von Mitschülerinnen und Mitschülern schlecht behandelt. Bei den 14-Jährigen liegt der Anteil bei 38 Prozent. Cybermobbing tritt dabei zumeist in Kombination mit analogem Mobbing auf.

Den Studienergebnissen zufolge hängen rund 60 Prozent des schulischen Wohlbefindens von vier Faktoren ab: dem Gefühl, von Lehrkräften unterstützt zu werden, der Passung zwischen Anforderungen und Fähigkeiten, dem Klassenklima sowie der Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Auch die Möglichkeit zur Mitbestimmung entscheidet oft über die Gefühlslage: Unter Schülerinnen und Schülern mit hohem schulischem Wohlbefinden geben fast die Hälfte an, viel oder sehr viel bei Klassenregeln mitentscheiden zu können; bei Befragten mit geringem Wohlbefinden trifft das auf 17 Prozent zu. Anna Gronostaj, Bildungsexpertin der Robert Bosch Stiftung, ordnet die Ergebnisse so ein: Guter Unterricht stärke nicht nur den Lernerfolg, sondern „ganz direkt das Wohlbefinden der Kinder". Entscheidend seien unterstützende Lehrkräfte, angemessen herausfordernde Anforderungen und ein gutes Klassenklima. 

Anregungen, wie sich psychische Gesundheit und ein gutes Miteinander im Unterricht stärken lassen, finden Sie in den wildgreen-Materialien zu psychischer Gesundheit.

red

 

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